Geschichten aus der Geschichte

Geschichten aus der Geschichte

Seit über zehn Jahren erzählen sich die Historiker Daniel Meßner und Richard Hemmer Woche für Woche eine Geschichte aus der Geschichte. Das Besondere daran: der eine weiß nie, was der andere ihm erzählen wird. Dabei geht es um vergessene Ereignisse, außergewöhnliche Persönlichkeiten und überraschende Zusammenhänge der Geschichte aus allen Epochen. Du möchtest mehr über unsere Werbepartner erfahren? Hier findest du alle Infos & Rabatte: https://linktr.ee/GeschichtenausderGeschichte Du möchtest Werbung in diesem Podcast schalten? Dann erfahre hier mehr über die Werbemöglichkeiten bei Seven.One Audio: https://www.seven.one/portfolio/sevenone-audio
00:00
00:00

Résumé de l'épisode

In dieser Folge diskutieren die Historiker Richard und Daniel über die Entstehung der bayerischen Tracht im 19. Jahrhundert als bewusste kulturelle Konstruktion. Sie erläutern, wie die Lederhose und das Dirndl durch die Heimatbewegung, königliche Förderung und bürgerliche Einflüsse von funktionaler Arbeitskleidung zu Symbolen einer gemeinsamen Identität innerhalb des Königreichs Bayern wurden. Die Diskussion beleuchtet zudem den kulturellen Wandel, die politische Instrumentalisierung der Tracht während der NS-Zeit sowie das Konzept der „erfundenen Tradition“. Abschließend reflektieren die Sprecher darüber, wie historische Narrative genutzt werden, um gegenwärtigen Praktiken und dem Oktoberfest eine gesellschaftliche Autorität zu verleihen.

Chapitres

Cliquez sur un chapitre pour y accéder directement

Moments clés

Am 25. August 1883 gründet er den Verein für Erhaltung der Volkstracht im Leitzachtale. Und das gilt als der erste bayerische Trachtenverein

00:05:16 · Dieser Satz markiert den historischen Moment, in dem die organisierte Pflege der bayerischen Tracht begann.

sie wollen sich nicht abgrenzen vom Rest, sondern sie wollen erstmal ein Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb des Königtums schaffen

00:13:16 · Der Sprecher erklärt die politische Motivation der Wittelsbacher, durch Trachten eine gemeinsame Identität für verschiedene Regionen Bayerns zu fördern.

Nämlich ab dem Zeitpunkt ist die Lederhose keine Arbeitshose mehr, ab dem Zeitpunkt ist die Lederhose ein Statement.

00:27:15 · Der Sprecher verdeutlicht den Wandel der Lederhose von einer rein funktionalen Arbeitskleidung zu einem Symbol für Gruppenzugehörigkeit.

Die Wallachs, die erfinden das Dirndl zwar nicht, aber die machen es salonfähig.

00:35:13 · Es wird hervorgehoben, dass die Familie Wallach maßgeblich zur gesellschaftlichen Akzeptanz und Verbreitung des Dirndls beigetragen hat.

Tracht ist dafür ein sehr gutes Beispiel für eine erfundene Tradition.

00:43:23 · Der Sprecher bezieht sich auf Eric Hobsbawm, um zu erklären, dass viele als alt überlieferte Bräuche wahrgenommene Elemente historische Rekonstruktionen sind.

Épisodes

610-

GAG574: Dirndl und Lederhosen

In dieser Folge diskutieren die Historiker Richard und Daniel über die Entstehung der bayerischen Tracht im 19. Jahrhundert als bewusste kulturelle Konstruktion. Sie erläutern, wie die Lederhose und das Dirndl durch die Heimatbewegung, königliche Förderung und bürgerliche Einflüsse von funktionaler Arbeitskleidung zu Symbolen einer gemeinsamen Identität innerhalb des Königreichs Bayern wurden. Die Diskussion beleuchtet zudem den kulturellen Wandel, die politische Instrumentalisierung der Tracht während der NS-Zeit sowie das Konzept der „erfundenen Tradition“. Abschließend reflektieren die Sprecher darüber, wie historische Narrative genutzt werden, um gegenwärtigen Praktiken und dem Oktoberfest eine gesellschaftliche Autorität zu verleihen.

23 sept. 2026
609-

GAG573: Scrip, Truck und der Company Store

In dieser Folge von 'Geschichten aus der Geschichte' untersuchen die Historiker Daniel und Richard das sogenannte Truck-System, durch welches Arbeiter über Firmenläden, Gutscheine und Wohnraum an ihre Arbeitgeber gebunden wurden. Anhand von Beispielen aus dem englischen Nagelmacher-Handwerk sowie den amerikanischen Bergbausiedlungen (Company Towns) in Appalachia wird die Mechanismen der wirtschaftlichen Abhängigkeit beleuchtet. Die Episode thematisiert die soziale Realität in diesen Siedlungen, in denen Firmen sowohl die Grundversorgung als auch das Wohnen kontrollierten. Dabei werden Aspekte wie Lohnabzüge für Arbeitsgeräte, die Nutzung von Firmenwährung („Script“), soziale Hierarchien und Rassentrennung sowie die Auswirkungen wirtschaftlicher Krisen auf die Lebenswelt der Arbeiter besprochen.

16 sept. 2026
608-

GAG572: Houdini und der Spiritismus

Diese Folge beleuchtet die historische Entwicklung der Zauberkunst, von den Jahrmarktstraditionen bis hin zur Etablierung professioneller Theateraufführungen durch Pioniere wie Robert Houdin. Ein zentraler Fokus liegt auf dem spannungsreichen Verhältnis zwischen Harry Houdini und Sir Arthur Conan Doyle, deren Freundschaft am ideologischen Konflikt zwischen der Entlarvung von Scharlatanen und dem Glauben an den Spiritismus zerbrach. Zudem wird die Verbindung zwischen Zauberkunst und dem aufkommenden Spiritismus thematisiert, einschließlich der Rolle der Fox-Schwestern. Die Episode schließt mit einem Rückblick auf das Ende von Houdinis Leben sowie einer Diskussion über die filmische Darstellung der Magie in 'The Prestige'.

09 sept. 2026
607-

GAG571: Die Katastrophe von Kamarina und die erste Flotte Roms

In dieser Folge von 'Geschichten aus der Geschichte' thematisieren die Historiker Daniel und Richard den Beginn des Ersten Punischen Krieges zwischen Rom und Karthago. Sie erläutern, wie Rom versuchte, seine militärische Stärke vom Land auf das Meer zu übertragen, indem es eine eigene Flotte aufbaute und dabei technologische Innovationen wie den Corvus nutzte. Die Episode behandelt zudem die römische Expansion auf See, entscheidende Seeschlachten vor der afrikanischen Küste sowie die verheerende Flottenkatastrophe vor der sizilianischen Südküste. Abschließend wird die Schwierigkeit der antiken Quellenkritik und die Bedeutung moderner Disziplinen wie der Klimageschichte für das Verständnis der Geschichte diskutiert.

02 sept. 2026
606-

GAG570: Die Erfindung der Konservendose

Diese Folge beleuchtet die historische Entwicklung der Lebensmittelkonservierung, beginnend mit der Entdeckung des Botulismus durch Justinus Kerner. Im Zentrum steht Nicolas Appert, dessen Verfahren der Hitzesterilisation den Grundstein für die moderne Haltbarmachung legte, auch wenn seine Methode zunächst als teures Luxusgut in Glasflaschen diente. Die Erzählung führt weiter über die Patentierung der Metalldose durch Peter Durand und deren industrielle Etablierung durch die britische Marine bis hin zur Massenproduktion im späten 19. Jahrhundert. Dabei werden auch die gesundheitlichen Risiken durch bleihaltiges Lötzinn sowie die Bedeutung der Keimtheorie von Louis Pasteur thematisiert.

26 août 2026